Im Scheinland
2008, Komödiantischer Roman
Verlag BoD Norderstedt
ISBN 978-3-8391-8651-0
664 S.
In einem kleinen Binnenland, dem Scheinland, eingeklemmt zwischen zwei kurzen Bergzügen, den Wampen und dem Schori, die das Land seit jeher von der Außenwelt erfolgreich abgeschirmt und gleichzeitig ausgeschlossen haben, ist unter dem Namen „Freiheizliche Bewegung“ schon sehr lange eine politische Sammelbewegung an der Macht, die ihren Wählern erfolgreich eine definitive Lösung aller hängigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme angeboten hat: Leute, die aus der Produktion gefallen sind, Leute also, die nichts oder nichts mehr einbringen und somit in einer liberalen und erfolgsorientierten Gesellschaft nur noch unnötige Umtriebe und überflüssige Kosten verursachen, wie zum Beispiel die lästigen Rentner ("Scheinrentner"), Arbeitslose ("Scheinarbeitslose"), Heilige ("Scheinheilige"), Ausländer ("Scheinausländer"), Invalide ("Scheininvalide"), Kranke ("Scheinkranke"), Asylanten ("Scheinasylanten"), aber auch überflüssige Schriftsteller ("Scheinschriftsteller") oder Künstler ("Scheinkünstler"), sowie Tote ("Scheintote") und andere nichtsnutzige Scheinländer (die verhassten "Scheinscheinländer"), sie werden alle mit den typischen "Gelben Wägelchen" umgehend dem örtlichen IFFE zugeführt, dem „Institut für forensische Euthanasie“, wo sie umweltschonend verheizt und in billigen "Biostrom" umgewandelt werden. Fernziel ist der „schlanke Staat“, der den arbeitsamen, fleißigen (Eigenbeurteilung) und deshalb wohlhabenden Bürger angeblich nichts mehr kosten soll.
Das Buch über Biel, die Bieler und die Bielerinnen.

Hermann Burger gewidmet
Abb.: das gelbe Wägelchen, das die Leute abholt, wenn sie nicht mehr rentieren