Harald Buser

1981, Roman


Das Buch über die Depression.

Harry Buser, kleiner Singlehrer auf Abruf, doch völlig von der Rolle und total desorientiert, gibt um sich herum allmählich alles auf, zuletzt sogar sich selber, denn wo immer er steht, wohin er auch immer geht, nirgendwo kann er sich in dieser Gesellschaft zurechtfinden. Alles, was ihm begegnet, kommt ihm zusehends fremder und fremdartiger vor, unerklärlich und abweisend, jedenfalls sehr irritierend, und auch das Reisen oder auch nur neue Kontakte mit fremden Leuten bringen ihm keinerlei Bestätigung irgendwelcher Art oder gar neue Erkenntnisse über den Gang des Lebens und den Verlauf der Dinge. In seiner zunehmenden Verstörung auf Grund seiner existenziellen Befangenheit verliert er allmählich und unweigerlich jegliche Bindung an seine Umgebung und jede Verbindung mit seinen flüchtigen Bekannten und allfälligen Verwandten. Selbst die banale Frage "Wie geht es dir?" wirft ihn gleich um. Er weiß nicht mehr weiter, und niemand kann ihm weiterhelfen. Wutentbrannt zertrümmert er deshalb eines Tages seine billige Wohnungseinrichtung und baut sich anschließend im Wohnzimmer, das er zur zivilisatorischen Wüste erklärt hat, mit den Trümmerteilen ein Nomadenzelt. Darin will er fortan als marginaler Eremit leben, völlig isoliert von der übrigen Welt, in der Abgeschiedenheit seiner eigenen Wohnung, ohne dass er sich dies wirklich jemals vorgenommen hätte. Es hat sich einfach so ergeben, wird er später erklären.



Zu finden in:
"Fünf Leute"  
ISBN  978-3-8391-8048-8
      
680 S.
Verlag BoD Norderstedt