Die letzte Meise

Roman, 2010

 

Das Buch über die Freiheit.

Mein ultimatives Lieblingsbuch (Näheres dazu siehe unten.)

 
568 S.
Verlag BoD Norderstedt
ISBN 978-3-8391-8735-7




„Sie selber sieht und versteht sich immer noch und wohl auch fortan als junge, kleine und vor allem unschuldige Meise, mit einem riesigen, viel zu schweren Rucksack in einsamen Feldlandschaften und langweiligen Waldpartien unterwegs, in öden Gegenden ohne jeden Weitblick, ohne Horizont und Zivilisation, schwankend und ächzend unter der schweren Last der unerwünschten Pflichten, oder sie sieht sich gar schwer bepackt auf viel zu steilen Passwegen und viel zu schmalen Trampelpfaden ächzen, und immer gehört dazu auch die beklemmende Vorstellung, dass sie dies alles, was sie somit nur widerwillig tut und sieht, was sie ganz und gar unfreiwillig zu tun und zu sehen genötigt ist, ja, was sie gegen ihren erklärten Willen zu tun und zu sehen gezwungen ist, sich niemals in ihrem ganzen Meisenleben gewünscht hätte, aus dem ganz einfachen Grunde, dass all diese unsinnigen, weil nutz- und wertlosen Anstrengungen ornithologisch gesehen zu nichts anderem als zu ihrer eigenen Unterwerfung und zu ihrer persönlichen Demütigung gedient haben werden.“

Ein Buch über die Freiheit,
Bruno Schulz gewidmet.

Zum Stichwort "Lieblingsbuch": Natürlich sind alle meine Bücher meine Lieblingsbücher; es gibt keines, das ich nicht geschrieben haben möchte, denn jedes von ihnen hat mich schriftstellerisch weiter gebracht, und folglich habe ich an jedem von ihnen Freude. Doch ob allem Schreiben schreibt man als Autor ständig bewusst oder auch unbewusst einer bestimmten oder unbestimmten Linie entlang, einem definierten oder undefinierten Ziel entgegen, und man begibt sich dergestalt mit jedem neuen Text immer wieder auf persönliches Neuland, was ja das Schreiben überhaupt erst attraktiv macht. Nur so kann man seine notwendigen Erfahrungen mit dem Schreiben selber machen.
Ich habe, rückblickend gesehen, bei meinen Arbeiten immer ein nie näher erklärtes Ziel vor Augen gehabt, ein approximatives Vorbild vielleicht, das ich bereits  mit meinem ersten längeren, ernsthaften literarischen Text 1970, der "Apfelmus" geheißen hat und der heute wahrscheinlich irgendwo in einer Bananenkiste verstaubt, anzunähern versucht habe. Schon damals habe ich das hohe Ziel anvisiert, das mir erst vierzig Jahre später endlich wirklich rundum gelingen sollte: einen authentischen, autochthonen Text zu schreiben, der ausschließlich meinen und seinen eigenen Regeln gehorcht. Das ist mir mit "Die letzte Meise", die ursprünglich eigentlich "Die letzte Reise" hätte heißen sollen (gemeint ist "Die letzte Schulreise"), vollumfänglich gelungen, und darauf bin ich heute ganz unerhört stolz.
Deshalb wird dies wohl das letzte Buch gewesen sein, das ich geschrieben habe, kein Anfängerbuch und auch kein leichtes Buch, denn man soll sich nicht wiederholen, weil Wiederholungen langweilen, wie schon Marcel Duchamp gesagt hat. In "Die letzte Meise" ist mir somit genau die passende Translation, der richtige Transfer, die perfekte Transmission, die zutreffende Transsubstantiation und somit die korrekte Transformation gelungen, die ich z.B. auch in den Texten, die sich in "Am Po" finden, ganz konkret ausprobiert habe, was Sie dort jederzeit selber nachlesen und somit eventuell auch selber nachvollziehen können. Denken Sie dabei ein wenig an die Surrealisten, das wird Ihnen helfen, denn die haben es mir angetan.